malen hat kniff

anfängliches denken, impressionistisch
: das bild ist der ungespaltene Kant,
im anblick erhältst du deine gestalt undoder
1 text zur inneren sinnhaftigkeit von kunst
:
namhaft flinke
klaefft man hin:
kaff. lenin mäht.
ahn kniff, malte.

: das glatte & das schwere, der gekerbte raum und das transversale gummiband des einschlusses –

wenn der satz die mauer vor der sprache des originals ist, die verbale formulierung selbstdifférance, im kern also bereits ein scheitern der spontanen wahrnehmung abbildet, könnten wir dann nicht gegenüber des herrschenden machtbegriffs eine schwächung des realitätsbegriffs ermöglichen durch kunsterfahrung … ?!

deine bilder sehen aus wie turnschuhe,
ah, das ist jan tolles werk, das ist ja bunt! und
mmh, ihre kunst kann man nicht konsumieren, da muß man nachdenken, nech, das ist nix für mich –

als anleitung
lies ungalant
igel tuns anal
na, na, igel lust
sag laut lenin!

aufbereitete information
: der bekannte maler wilhelm tischbein berichtet in seiner selbstbiografie, das früheste ereignis, das sich seinem gedächtnis unzerstörbar eingeprägt habe, sei ein fall zur erde gewesen, den er getan, als man ihm das aufrechte stehen und gehen lehren wollte.
man habe ihn an eine zufällig anwesende ziege angelehnt, und in dem augenblick, wo die ziege davonlief, sei er zur erde gefallen.

glanzverfall, aufgelesen & ausgedrücktes vom richard wolke
: es gibt zb die „boo-boo“- theorie, nach der menschliche sprache durch versuche der nachahmung tierischer laute entstanden sei. oder die „dingdong„- theorie, nach der sie durch natürliche geräuscherzeugende reaktionen entstanden sei. oder die „puu-puu“-theorie… sprache hinterläßt keine fossilien, zumindest solange sie nicht geschrieben wird; nach marston bates, aus: prelude auf das mayonnaisenkapitel von richard brautigan, in: 1967 trout fishing in america
…appropriationskunst oder doch mehr so CHAPEAU ! je vous aime, meme si vous etes deja morts depuis…. und die memen sind heuer ja möglicherweise die einzigen ungeheuer, denen man noch vertrauen kann ?! ein blumenberg an aufgelöstem, zerlegtem, aufgezuzeltem… das knistern der spatzen im schlaf… weil sie, steifgefroren im morgenlicht neben sylvia plath stehen + heulen ? nicht tot zu kriegen ? – berlinsche tiger, die an andreas grab einen heben und singen von der grazie des immer wieder möglichen tanzes, statt ewigen lahmentierens lieber das füllen neben die mangel stellen und ele ganter (die gangart des elentieres ?!) drüberspringen !
bin keine mangel, bin ein füllen ! schau mein schweif !
: diese original-durchgaben kamen durch vollautomatische medialschrift zustande. in diesem jahre wurden die originaltexte von unserem freund auf telepathischem wege, dem entwicklungsstand der erde entsprechend, neu überarbeitet.

when i use a word, humpty dumpty said, in a rather scornful tone,
it means just what I choose it to mean. neither more nor less.
the question is, said alice, whether you can make words mean so many
different things. – the question is, said humpty dumpty,
who is to be the master. that is all.

2
in der lichtung des seins wesen / in der dichtung des weins lesen
: sprache ist der magische weg vom ding zu gott, in dem das geistige wesen sich mittheilt – die sprache des menschen, die sprache der musik, die sprache des plastik – es ist jedem geschehen, jedem ding + jedem lebewesen wesentlich, seinen inhalt mitzuteilen.

und der hase (die lampe) ist der aufklärer_ische wolpertinger, in dem sich welle & partikel, geist und ding vereinen zur monade, ein beseeltes ding erschaffen mit der möglichkeit, eine ente lecheln zu lassen… der dunkle untergrund des panischen erschreckens ob in-die-welt-geworfen-seins wird hier tänzer, angesichts eines sehenden lächelns, das leuchten läßt –

unterschiedliche dichte der mitteilung je nach medium erzeugt graduelle stufen zwischen dem unaussprechlichen offenbarten höchsten und dem dinglichen sprachgeist des materiellen werkes;
die magische gemeinschaft der menschensprache mit den dingen ist immateriell und rein geistig;
das loch ist der springende punkt !
…l`enfant-oiseau vivant:
man sagt nicht mehr direkt, jetzt tröste ich dich mit etwas,
was du brauchst, ich koche dir mal nen brei oder ich umarme dich mal,
sondern man sagt, ich geh mal rüber und male ein bild
und dann hänge ich dir das bild hin. diter rot

3
paint/ink.
: die dialogizität als signifikat des dings,
digestion of mollusc + you are so plosive und kalt war ich und nass
poesie ist etwas, das danebensteht
rüfenacht: es gibt 1 trauer, die so umfassnd ist, dassie gar nicht mehr als trauer erkannt wird. sie wird zum normalzusteandendig. dann hört das leben auf, auch wenn sie noch atmen.
fressen les boques del crim, a poc a poc, en la nit.

das zerborstene, dekonstruierte individuum ist eben doch eins? zusammengehalten durch sprache
zum schutz gegen ungeziefer die bettfüsse in mit wasser gefüllte dosen stellen
und das federkleid der vögel symbolisiert ihre federkeit, sich überd. probleme zu erheben – schrei tfögl? poesie ist das gegenteil der neurose, ein bild der graense, an der schwelle zwischen –
bird island hiess früher ile aux vaches, kuhklops, da 1967 aber alle dugongs, die 1772 noch den strand bevölkerten, längst tot und aufgegessen waren, taufte der neue besitzer sie um –
und nagelte schilder inn sand NO ENTRY birds only

4
und die andern ?
parerga vom friedensreich nitschewo und grossvatti benn:
die unschuld des werdens
a
der moderne freigeist ist nicht wie seine vorfahren aus dem kampfe geboren, vielmehr aus dem frieden der auflösung, in welche er alle geistigen mächte der alten gebundenen welt eingegangen sieht. nachdem dieser größte umschwung in der geschichte eingetreten ist, kann seine seele ohne neid und fast bedürfnislos sein, er erstrebt für sich nicht vieles, nicht viel mehr; ihm genügt als der wünschenswerteste zustand jenes freie, furchtlose schweben über menschen, sitten gesetzen und den herkömmlichen schätzungen der dinge. die freude an diesem zustande teilt er gerne mit; wer mehr vom ihm will, den weist er, ein wenig spott auf der lippe, mit wohlwollendem kopfschütteln hin zu seinem bruder, dem freien menschen der tat: mit dessen „freiheit“ es freilich eine eigene bewandtnis hat, über welche manche geschichte zu erzählen wäre.
b
wo war eigentlich jener, der nicht mit theorien und redensarten vorging, sondern mit substanz und werken ? einer, der alle diese stimmungen, möglichkeiten, zuckungen, wehen aufnahm und nicht in geschwätz und feuilletons reportierte, sondern die zeit durch seine existenz zeugend legitimierte, der nicht überall mitlief, den rummel mitmachte, dabeiwar, sondern die trächtigkeit zu der erkenntnis hatte: wer mit der zeit mitläuft, wird von ihr überrannt, aber wer stillsteht, auf den kommen die dinge zu ? … es müßte ja auch ein riesiges gehirn sein, schon wegen der wucht des imstichlassens alles dessen, was bewährt und gültig in unserer öffentlichkeit steht. nicht bloß honorare müßte es im stich lassen und die gegenseitigkeit der künstler und das sich-bereit-stellen für die saison, auch langes schweigen müßte es haben und langes warten und hinwegsehen über alle stätten alten spiels und alten traums.

5
die farben, die gesten & die haltungen,
die tiere tun, um ihr revier zu markieren, seien die grundformen der kunst, sagte grad gilles deleuze oder: écrire à la place du pti chat blanc, qui cherche son coin-à-soi pour mourir dans le hall – les signes, la déterritorialisation et le mouvement, la dépassage ?!
: wenn leben eine kerbe ritzen ist, spuren hinterlassen –
„die schechina ist das bild und die vision von allem. (…) dem menschen erscheint sie in menschlicher form und dem, der nach art der anderen tiere ist, erscheint sie in form der tiere (…), einem jeden in übereinstimmung mit seinem vermögen.“ tiqqunei zohar, abschnitt 18, 31b
– neue figur… the midasprinciple ? mad is il principe… hmm…
vielleicht die imaginäre überzeugung kleinschneiden und daraus schultern machen ? …das kni stern der spatzen im schlaf IF I WERE A PAINTER, i`d climb into the swollen skies wolkenkuckux – spuren einer sprache der liebe : der raum, in dem sie leben, ist künstlich. daher die tendenz, sich immer am rand aufzuhalten (möglicherweise befindet sich jenseits der graense wirklicher raum – die gemalte abbildung kommen tier t die abwesenheit dessen, was abgebildet ist, das dazwischen, before the rupture, die lü cke –
you should buy some shaded inks – lavender, pink, violets 2 shade your meaning. thx, emily

6
heut vor 100 jahren war die beerdigung lew tolstois + immer noch: was thun? wat schreibt dazu jl nancy? das dasein ist gleichursprünglich dem sein-bei + Wandel setzt uns dem Unmöglichen aus – früher und woanders las ich:
auch wenn es dem denken widerstrebt, muß es sich an den zustand permanenten wechsels in allem gewöhnen und experte im UMGANG MIT WOLKEN werden, die weder in ihrer form noch an ihren ort fixiert sind, sondern flüchtig und in ständiger bewegung. danke jean dubuffet 1968 es sich an den zustand permanenten wechsels in allem gewöhnen und experte im UMGANG MIT WOLKEN werden, die weder in ihrer form noch ihrem nochmAAL: an ihren ort fixiert sind, sondern flüchtig und in ständiger bewegung. danke jean dubuffet 1968 offene weite, nichts von heilig WIR SITZEN ZUSAMMEN, der berg und ich, bis nur noch der berg übrigbleibt – am fuße des schneemuldenberges lebt die schildkröten-nasenschlange, die müßt ihr euch unbedingt einmal ansehen !
– bestial ! the lying cat und das kitzeln im sande liegt, freundlich glitzernd: die wurtzel hievon ist fröhlich / und also leicht zu unterscheiden von der gemeinen, welche an farben weiß ist. zuweilen ziehet sie sich auch auff purpur oder violenblau / welche vorzüglich schön sind. elsholtz 1684
car je vous envoie en cest escrit et painture et parole, pour che ke, quant je ne serai presens, ke sis escris par sa painture et par sa parole me rende a vostre memoire comme present. a dit une fois longue ago le seigneur richart de fornival
auch gebremster schaum kommt weiter, schwarzer edding auf chamois munken, a4-format, zeigend ein seifenblasiges, dezent multichrom glitzerndes (glitterglue!) unförmiges standardschaf ohne beine, das um eine eckige säule lugt und niest (dessine-moi un mouton, stp ! ok… c`est là-dedans dans la boite, genauso, wie du es dir immer schon gewünscht hast 🙂
bißchen silberkritzelrest und ein bleistiftiger kommentar: a…she`p ?! baah
und neben der signatur in kopierstiftblau: ein bild von der angst, zwei

7
kann-kann, das krähenviehdispositief
divide et lampara
k ist riskantes subjekt, ein depressiv-leidender melancholiker, eine abweichung nach innen
ein verstörender gedanke, der betrachter muß das objekt dechiffrieren in einer semiotischen
und oder intellektuellen operation
markt, massengefälligkeit oder verweigerung
rousseau schiller nietzsche duchamp meese tino sehgal, dazwischen irgendwo malewitsch und rothko
krähazion, selektion, zufallsmanagement & die eigendynamik von prozessen, die präsentation; geniale produktion, selektionskompetenz, zeichenmanipulator, maitre d*
es gibt kein erwerbbares ensemble von handlungs- und denkmöglichkeiten, keine ausbildung, man kann sich allenfalls narzisstisch-panisch identifizieren und tanzen…ironische distanzierung, ein aussichtspunkt der deformation professionelle im kontakt mit der macht und ihren strukturierten formen; dekonstruierende analyse, praktischer widerstand an der front und der rückzug ins private…
und, was meinst du dazu, ddiedrich?
„kreativarbeiter müssen alles 3 zugleich sein: arbeitskräftiges subjekt, leeres, womöglich zweifelndes, zu prägendes objekt und prägendes, beeinflussendes, motivierendes, das eigene subjekt in die mangel nehmendes unterhaltungs- und spiritualitätsprogramm. wenn sie glück haben, reicht leere und selbstentertainment, weil das von außen dann schon aussieht wie sexy präsenz.“
hmmm…
bin keine mangel, bin ein füllen ! schau mein schweif !

8
poesie und wissenschaft sind ursächlich verknüpft, beide disziplinen entstammen demselben menschlichen drang, das gesehene zu entwirren und zu verstehen – daher auch „sehmannsgarn“.
poesie als tätiges sehen des zusammenfassens, ein abstraktes sprachbild schaffen, um die gefundenen sinnzusammenhänge aufzuklären;
demgegenüber wissenschaft als analytisches tätigsein des zerlegens, abschälens der individuellen erscheinungsformen, um die dahinter waltenden ewigen gesetzmäßigkeiten aufzudecken.
und was bin ich ? das licht im leeren raum ? zimzum, urknall, quanten ?
…da zwischen hopse ich also auf der luftmatraze des raumzeitlichen kontinuums ? angezogen vom immergleichen und doch divergierend hinfortstrebend in individueller aktion –

9
p.s.
: die barocke,
gemütlisches zusammenhocke auf chaiselongue oder
mehr so völlig vorbei, watt isn dat für einer, der im jahre des herrn 2018
statt digitalen wunderwerks händisch malen & bilderfinden will ?
is dat jetz der untergrund ? a maulwurf lost in time, flugs zu vernachlässigen oder…?!
: ich glaube, menschsein zeichnet sich aus durch widerspruchs,
sowohl in 1 selbst (2 herzen flattern, ach, da drinnen vor dem auge)
als auch in der begegnung mit anderen 2- und 4-beinern, ideen, texten,
gebäuden zur sinnvollen welterklärung (…) und der gangbarste umgang, when faced with all these possibilities, ist, sich hinzuhocken & zu kauen, zu prüfen, was ist das ?!
kunst machen, um der eigenen begrenztheit zu widersprechen !
…durschdenke, anfasse (einen heben ?) und vergnüglich sein;
avoir un monde & partager, das wasde hast, mittn kollegen & aspiranten;
im kern sindwa alle allein und auf der suche, da erfreuts dit herze, verwandte zu findn, find ick.
– verdichtet am 9. 9. 2018 um 9 uhr