malen hat kniff

anfängliches denken, impressionistisch
(hier gips, statt latein und biene, englisch und vogel. 12.18)
: das bild ist der ungespaltene Kant,
im anblick erhältst du deine gestalt undoder
1 text zur inneren sinnhaftigkeit von kunst
:
namhaft flinke
klaefft man hin:
kaff. lenin mäht.
ahn kniff, malte.
: das glatte & das schwere, der gekerbte raum und
das transversale gummiband des einschlusses –
wenn der satz die mauer vor der sprache des originals ist,
die verbale formulierung selbstdifférance, im kern also bereits
ein scheitern der spontanen wahrnehmung abbildet,
könnten wir dann nicht gegenüber des herrschenden machtbegriffs
eine schwächung des realitätsbegriffs ermöglichen
durch kunsterfahrung … ?!
deine bilder sehen aus wie turnschuhe,
ah, das ist jan tolles werk, das ist ja bunt! und
mmh, ihre kunst kann man nicht konsumieren, da muß man
nachdenken, nech, das ist nix für mich –
als anleitung
lies ungalant
igel tuns anal
na, na, igel lust
sag laut lenin!
aufbereitete information
: der bekannte maler wilhelm tischbein berichtet in seiner selbstbiografie,
das früheste ereignis, das sich seinem gedächtnis unzerstörbar
eingeprägt habe, sei ein fall zur erde gewesen, den er getan, als man ihm
das aufrechte stehen und gehen lehren wollte.
man habe ihn an eine zufällig anwesende ziege angelehnt, und in dem
augenblick, wo die ziege davonlief, sei er zur erde gefallen.
glanzverfall, aufgelesen & ausgedrücktes vom richard wolke
: es gibt zb die „boo-boo“- theorie, nach der menschliche sprache durch
versuche der nachahmung tierischer laute entstanden sei.
oder die „dingdong„- theorie, nach der sie durch natürliche geräuscherzeugende
reaktionen entstanden sei. oder die „puu-puu“-theorie…
sprache hinterläßt keine fossilien, zumindest solange sie nicht geschrieben wird;
nach marston bates, aus: prelude auf das mayonnaisenkapitel von richard
brautigan, in: 1967 trout fishing in america
…appropriationskunst oder doch mehr so CHAPEAU ! je vous aime, meme si
vous etes deja morts depuis…. und die memen sind heuer ja möglicherweise
die einzigen ungeheuer, denen man noch vertrauen kann ?!
ein blumenberg an aufgelöstem, zerlegtem, aufgezuzeltem…
das knistern der spatzen im schlaf… weil sie, steifgefroren im morgenlicht
neben sylvia plath stehen + heulen ? nicht tot zu kriegen ? – berlinsche tiger,
die an andreas grab einen heben und singen von der grazie des immer wieder
möglichen tanzes, statt ewigen lahmentierens lieber
das füllen neben die mangel stellen und ele ganter
(die gangart des elentieres ?!) drüberspringen !
…bin keine mangel, bin ein füllen ! schau mein schweif !
: diese original-durchgaben kamen durch vollautomatische medialschrift
zustande. in diesem jahre wurden die originaltexte von unserem freund auf
telepathischem wege, dem entwicklungsstand der erde entsprechend,
neu überarbeitet.
– when i use a word, humpty dumpty said, in a rather scornful tone,
it means just what I choose it to mean. neither more nor less.
the question is, said alice, whether you can make words mean so many
different things. – the question is, said humpty dumpty,
who is to be the master. that is all.
2
in der lichtung des seins wesen / in der dichtung des weins lesen
: sprache ist der magische weg vom ding zu gott, in dem das geistige wesen
sich mittheilt – die sprache des menschen, die sprache der musik, die sprache
des plastik – es ist jedem geschehen, jedem ding + jedem lebewesen wesentlich,
seinen inhalt mitzuteilen.
und der hase (die lampe) ist der aufklärer_ische wolpertinger, in dem sich
welle & partikel, geist und ding vereinen zur monade, ein beseeltes ding erschaffen
mit der möglichkeit, eine ente lecheln zu lassen… der dunkle untergrund
des panischen erschreckens ob in-die-welt-geworfen-seins wird hier tänzer,
angesichts eines sehenden lächelns, das leuchten läßt –
unterschiedliche dichte der mitteilung je nach medium erzeugt graduelle stufen
zwischen dem unaussprechlichen offenbarten höchsten und dem dinglichen
sprachgeist des materiellen werkes;
die magische gemeinschaft der menschensprache mit den dingen ist
immateriell und rein geistig: das loch ist der springende punkt !
…l`enfant-oiseau vivant:
man sagt nicht mehr direkt, jetzt tröste ich dich mit etwas,
was du brauchst, ich koche dir mal nen brei oder ich umarme dich mal,
sondern man sagt, ich geh mal rüber und male ein bild
und dann hänge ich dir das bild hin. diter rot
3
paint/ink.
: die dialogizität als signifikat des dings,
digestion of mollusc + you are so plosive und kalt war ich und nass
poesie ist etwas, das danebensteht
rüfenacht: es gibt 1 trauer, die so umfassnd ist, dassie gar nicht mehr
als trauer erkannt wird. sie wird zum normalzusteandendig. dann hört
das leben auf, auch wenn sie noch atmen.
fressen les boques del crim, a poc a poc, en la nit.
das zerborstene, dekonstruierte individuum ist eben doch eins?
zusammengehalten durch sprache
zum schutz gegen ungeziefer die bettfüsse in mit wasser gefüllte dosen stellen
und das federkleid der vögel symbolisiert ihre federkeit, sich überd. probleme
zu erheben – schrei tfögl? poesie ist das gegenteil der neurose, ein bild der
graense, an der schwelle zwischen – bird island hiess früher ile aux vaches,
kuhklops, da 1967 aber alle dugongs, die 1772 noch den strand bevölkerten,
längst tot und aufgegessen waren, taufte der neue besitzer sie um –
und nagelte schilder inn sand NO ENTRY birds only
4
und die andern ?
parerga vom friedensreich nitschewo und grossvatti ben:
die unschuld des werdens
a
der moderne freigeist ist nicht wie seine vorfahren aus dem kampfe geboren,
vielmehr aus dem frieden der auflösung, in welche er alle geistigen mächte
der alten gebundenen welt eingegangen sieht.
nachdem dieser größte umschwung in der geschichte eingetreten ist,
kann seine seele ohne neid und fast bedürfnislos sein, er erstrebt für sich nicht
vieles, nicht viel mehr; ihm genügt als der wünschenswerteste zustand
jenes freie, furchtlose schweben über menschen, sitten gesetzen und den
herkömmlichen schätzungen der dinge. die freude an diesem zustande
teilt er gerne mit; wer mehr vom ihm will, den weist er, ein wenig spott auf
der lippe, mit wohlwollendem kopfschütteln hin zu seinem bruder,
dem freien menschen der tat: mit dessen „freiheit“ es freilich eine eigene
bewandtnis hat, über welche manche geschichte zu erzählen wäre.
b
wo war eigentlich jener, der nicht mit theorien und redensarten vorging,
sondern mit substanz und werken ? einer, der alle diese stimmungen,
möglichkeiten, zuckungen, wehen aufnahm und nicht in geschwätz und
feuilletons reportierte, sondern die zeit durch seine existenz zeugend
legitimierte, der nicht überall mitlief, den rummel mitmachte, dabeiwar,
sondern die trächtigkeit zu der erkenntnis hatte: wer mit der zeit mitläuft,
wird von ihr überrannt, aber wer stillsteht, auf den kommen die dinge zu ?
… es müßte ja auch ein riesiges gehirn sein, schon wegen der wucht des
imstichlassens alles dessen, was bewährt und gültig in unserer
öffentlichkeit steht. nicht bloß honorare müßte es im stich lassen und
die gegenseitigkeit der künstler und das sich-bereit-stellen für die saison,
auch langes schweigen müßte es haben und langes warten und
hinwegsehen über alle stätten alten spiels und alten traums.
5
die farben, die gesten & die haltungen,
die tiere tun, um ihr revier zu markieren, seien die grundformen der
kunst, sagte grad gilles deleuze oder: écrire à la place du pti chat blanc,
qui cherche son coin-à-soi pour mourir dans le hall – les signes,
la déterritorialisation et le mouvement, la dépassage ?!
: der herr zeigt sich in den Toren (den Toren? –
„die schechina ist das bild und die vision von allem. (…) dem menschen erscheint
sie in menschlicher form und dem, der nach art der anderen tiere ist,
erscheint sie in form der tiere (…), einem jeden in übereinstimmung
mit seinem vermögen.“ tiqqunei zohar, abschnitt 18, 31b
– neue figur… the midasprinciple ? mad is il principe… hmm…
vielleicht die imaginäre überzeugung kleinschneiden und daraus schultern
machen ? …das kni stern der spatzen im schlaf IF I WERE A PAINTER,
i`d climb into the swollen skies wolkenkuckux – spuren einer sprache der liebe:
der raum, in dem sie leben, ist künstlich. daher die tendenz, sich immer
am rand aufzuhalten (möglicherweise befindet sich jenseits der graense
wirklicher raum – die gemalte abbildung kommen tier t die abwesenheit
dessen, was abgebildet ist, das dazwischen, before the rupture, die lü cke –
you should buy some shaded inks – lavender, pink, violets to
shade your meaning. thx, emily
6
heut vor 100 jahren war die beerdigung lew tolstois + immer noch:
was thun? wat schreibt dazu jl nancy? das dasein ist gleichursprünglich
dem sein-bei + Wandel setzt uns dem Unmöglichen aus
– früher und woanders las ich:
auch wenn es dem denken widerstrebt, muß es sich an den zustand
permanenten wechsels in allem gewöhnen und experte im UMGANG MIT WOLKEN
werden, die weder in ihrer form noch an ihren ort fixiert sind,
sondern flüchtig und in ständiger bewegung. danke jean dubuffet 1968
es sich an den zustand permanenten wechsels in allem gewöhnen und
experte im UMGANG MIT WOLKEN werden, die weder in ihrer form noch
ihrem nochmAAL: an ihren ort fixiert sind, sondern flüchtig und in
ständiger bewegung. danke jean dubuffet 1968
offene weite, nichts von heilig WIR SITZEN ZUSAMMEN, der berg und ich,
bis nur noch der berg übrigbleibt – am fuße des schneemuldenberges lebt die
schildkröten-nasenschlange, die müßt ihr euch unbedingt einmal ansehen !
– bestial ! the lying cat und das kitzeln im sande liegt, freundlich glitzernd:
die wurtzel hievon ist fröhlich / und also leicht zu unterscheiden von der gemeinen,
welche an farben weiß ist. zuweilen ziehet sie sich auch auff purpur oder
violenblau / welche vorzüglich schön sind. elsholtz 1684
car je vous envoie en cest escrit et painture et parole, pour che ke,
quant je ne serai presens, ke sis escris par sa painture et par sa parole
me rende a vostre memoire comme present. a dit une fois longue ago
le seigneur richart de fornival
auch gebremster schaum kommt weiter, schwarzer edding auf chamois munken
7
kann-kann, das krähenviehdispositief
divide et lampara
k ist riskantes subjekt, ein depressiv-leidender melancholiker, eine
abweichung nach innen – ein verstörender gedanke, der betrachter muß
das objekt dechiffrieren in einer semiotischen und oder intellektuellen operation
markt, massengefälligkeit oder verweigerung rousseau schiller nietzsche
duchamp meese tino sehgal, dazwischen irgendwo malewitsch + rothko
krähazion, selektion, zufallsmanagement & die eigendynamik von prozessen,
die präsentation; geniale produktion, selektionskompetenz,
zeichenmanipulator, maitre d*
es gibt kein erwerbbares ensemble von handlungs- und denkmöglichkeiten,
keine ausbildung, man kann sich allenfalls narzisstisch-panisch identifizieren
und tanzen…ironische distanzierung, ein aussichtspunkt der
deformation professionelle im kontakt mit der macht und ihren
strukturierten formen; dekonstruierende analyse,
praktischer widerstand an der front und der rückzug ins private…
und, was meinst du dazu, ddiedrich?
„kreativarbeiter müssen alles 3 zugleich sein: arbeitskräftiges subjekt,
leeres, womöglich zweifelndes, zu prägendes objekt und prägendes,
beeinflussendes, motivierendes, das eigene subjekt in die mangel
nehmendes unterhaltungs- und spiritualitätsprogramm.
wenn sie glück haben, reicht leere und selbstentertainment,
weil das von außen dann schon aussieht wie sexy präsenz.“
hmmm…
bin keine mangel, bin ein füllen ! schau mein schweif !
8
poesie und wissenschaft sind ursächlich verknüpft, beide disziplinen
entstammen demselben menschlichen drang, das gesehene zu
entwirren und zu verstehen – daher auch „sehmannsgarn“.
poesie als tätiges sehen des zusammenfassens, ein abstraktes sprachbild
schaffen, um die gefundenen sinnzusammenhänge aufzuklären;
demgegenüber wissenschaft als analytisches tätigsein des zerlegens,
abschälens der individuellen erscheinungsformen, um die dahinter
waltenden ewigen gesetzmäßigkeiten aufzudecken.
und was bin ich ? das licht im leeren raum ? zimzum, urknall, quanten ?
…da zwischen hopse ich also auf der luftmatraze des raumzeitlichen
kontinuums ? angezogen vom immergleichen und doch divergierend
hinfortstrebend in individueller aktion –
9
p.s.
: die barocke,
gemütlisches zusammenhocke auf chaiselongue oder
mehr so völlig vorbei, watt isn dat für einer, der im jahre des herrn 2018
statt digitalen wunderwerks händisch malen & bilderfinden will ?
is dat jetz der untergrund ? a maulwurf lost in time, flugs zu
vernachlässigen oder…?!
: ich glaube, menschsein zeichnet sich aus durch widerspruchs,
sowohl in 1 selbst (2 herzen flattern, ach, da drinnen vor dem auge)
als auch in der begegnung mit anderen 2- und 4-beinern, ideen, texten,
gebäuden zur sinnvollen welterklärung (…) und der gangbarste umgang,
when faced with all these possibilities, ist, sich hinzuhocken & zu kauen,
zu prüfen, was ist das ?!
kunst machen, um der eigenen begrenztheit zu widersprechen !
…durschdenke, anfasse (einen heben ?) und vergnüglich sein;
avoir un monde & partager, das wasde hast, mittn kollegen & aspiranten;
im kern sindwa alle allein und auf der suche, da erfreuts dit herze,
verwandte zu findn, find ick.
– verdichtet am 9. 9. 2018 um 9 uhr
11.12 edit th